Generationen(Vor-)Garten

Generationen(Vor-)Garten – eine grüne Oase am Schlaatz

Ideen & Ziele

Seit Mai 2016 planten, werkten und pflanzten zahlreiche engagierte Senioren und Seniorinnen und Hortkinder in unserem Garten. Unterstützt wurden sie dabei durch die fachkundige Anleitung der Garten- und Landschaftsarchitektin Karen Münzer und unseres ehrenamtlichen Gärtners Martin Weps.

Ziel des Projektes war es, die Aufenthaltsqualitätzu steigern, die Senioren und Kinder aufmerksamer für ihr Wohnumfeld zu machen, alle Sinne anzusprechen und für mehr Artenvielfalt zu sorgen. Die Senioren waren von Anfang an beteiligt und verwandelten mit ihren Ideen den eher betonlastigen Vorgarten zu einem kleinen aber feinen Ort der Begegnung. Es ging dabei um die Schaffung einer attraktiven Quelle der Erholung, ohne den ökologischen Nutzen des Gartens zu vergessen. Der Garten soll den Nachbarn auch als Nahrungsquelle dienen, mit Beeren, Kräutern, Obst und Gemüse, aber auch den Tieren Schutz und Nahrung bieten.

Ergebnisse

  • eine attraktive, auch für Insekten freundliche Eingangsbepflanzung
  • Sichtschutz zwischen unterschiedlichen Aufenthaltsbereichen
  • Steigerung der Aufenthaltsqualität
  • Pflanzenpatenschaften
  • heimische fruchttragende Sträucher
  • ein großes Insektenhotel
  • mit dem Rollstuhl unterfahrbare Hochbeete
  • verschiedene Gemüse- und Kräutersorten in den Hochbeeten

Das gemeinsame Kochen und Speisen ist seit langem Tradition des Hauses. In der Veranstaltungsreihe „Wissen und Genießen: Kulinarische Reise um die Welt“, in deren Rahmen sich jeden Monat eine andere Kultur vorstellt und etwas Typisches kocht, können die Gerichte nun mit frischen Zutaten aus dem eigenen Garten bereichert werden. Wir stützen so auch die Gemeinschaft und den Austausch in einem Stadtteil, in dem inzwischen Menschen aus über 90 Nationen zusammenleben.

Die ersten Beeren wurden bereits im Herbst 2016 genascht, im kommenden Jahr wird dann gemeinsam mit den Kindern der Weidenhofgrundschule die hauseigene Marmelade eingekocht. Auch die Kräuter aus den Hochbeeten haben so ihre erste Verwendung gefunden: Wir haben mit den Kindern gemeinsam frisches Kräuteröl hergestellt, welches sie anschließend mit nach Hause nahmen.

Wir sind besonders stolz darauf, dass unser seit Jahren auch ehrenamtlich tätiger Gärtner Martin Weps im Jahr 2016 mit dem Potsdamer Ehrenamtspreis ausgezeichnet wurde. Er bleibt uns auch in den kommenden Jahren erhalten und entwickelt den kleinen Garten gemeinsam mit den Nutzern des Hauses weiter.

Collage Gartenarbeit

Eindrücke aus dem Projekt: Pflanzen und Gestalten

Ablauf & Aktivitäten im Projekt

Phase 1: Vorstellung des Projekts und Ideenfindung

Muffins mit essbaren BlütenIn den ersten Veranstaltungen unternahmen wir einen Ausflug in die Gartengeschichte und entwickelten ein kleines Programm für die kommenden Wochen. Dazu gab es Muffins mit essbaren Blüten.

Weiter ging es mit der Entwicklung einer konkreten Vision. Dabei wurde aus Blüten und Wünschen ein Modell hergestellt. Heraus kam eine Mischbepflanzung aus attraktiven, insektenfreundlichen Blühpflanzen rund um den Eingangsbereich und fruchttragender Sträucher und Kräuterbeete.

Phase 2: Ideen und Wünsche in ein Plfanz-und Pflegekonzept verwandeln

In den folgenden beiden Veranstaltungen ging es dann vor allem darum, das für die Pflege notwendige Wissen zu erarbeiten. Man tauschte sich intensiv über verschiedene Rosensorten und deren Pflege aus, um eine gute Wahl treffen zu können. Außerdem wurden wunderschöne Kränze aus Rosen und anderen Blumen geflochten. Etwas für sich mitnehmen zu können war allen sehr wichtig. Dies schaffte eine schöne Erinnerung und eine enge Verbindung zum Garten. Weiter ging es mit dem Lavendel, der als Kontrastpflanze zu den Rosen gesetzt wurde, passend zu diesem Thema stellten die Teilnehmenden duftende Seifen her.

Phase 3: Umsetzung der Ideen in die Tat

Über den Sommer setzten die Teilnehmenden ihre Ideen Stück für Stück um: In die schattigen Bereiche pflanzten die Teilnehmenden Hosta. Dabei suchten sie sich je eine Pflanze aus, für die sie dann auch die Patenschaft übernahmen. Hierzu legten wir mit dem Namen der Paten versehene Steine zu den Pflanzen. In den folgenden Wochen pflanzte die Gruppe Rosen und Lavendel rund um den Eingangsbereich und Sträucher in die Beete und Rabatten. An einem weiteren Projekttag stellten die Kinder des Hortes der Weidenhofgrundschule (Kinderinsel) aus den Blüten Pflanzenfarben her und malten bunte Gartenbilder.

Im Herbst ging es weiter mit den Hochbeeten und Weidenwände. Die Teilnehmenden gestalteten diese mit Pflanzen einer regionalen Baumschule. Aus dem herbstlichen Laub des Friedrich-Reinsch-Hauses entstanden wunderschöne Kränze. Mit der Heilpraktikerin Susanne Hackel unternahmen die Teilnehmenden eine spannende und sehr aufschlussreiche Kräuterwandung durch ihren eigenen Stadtteil.

Zum Abschluss des Projekts bauten wir gemeinsam mit einer Hortgruppe ein großes Insektenhotel für den Garten.

Für die teilnehmenden Senioren und Seniorinnen stellten wir zum Abschluss eine kleine Projektdokumentation zusammen, die wir ihnen feierlich im Rahmen einer kleinen Weihnachtsfeier überreichten.

COllage Gartenarbeit 2

Eindrücke aus dem Projekt: Pflanzen und Gestalten

Der Höhepunkt: Ausflug in den Park Branitz

Ein besonderes Highlight stellte der Ausflug in den Park Branitz bei Cottbus dar. Im Laufe des Projekts kam immer wieder der Wunsch zum Ausdruck, gemeinsam einen besonderen Garten zu besuchen und sich inspirieren zu lassen. Branitz ist ein wesentlicher Bestandteil der brandenburgischen Gartenlandschaft und sollte, so die Projektleitung, von jedem Gartenfreund einmal besichtigt werden. Für die Fahrt gelang es uns über den Aktionsfond im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ für den Stadtteil Schlaatz 200 € für die Fahrtkosten einzuwerben. Neben der Besichtigung des Gartens unter der Führung der Gartenarchitektin gab es auch ein kleines Picknick für die Teilnehmenden.

Collage Ausflug Park Branitz

Ausflug in den Park Branitz

Blick in die Zukunft

Das Projekt hat noch einmal eine neue Qualität der Verbundenheit der Nachbarn mit dem Haus beflügelt. Darüber hinaus sind viele Ideen entstanden, wie wir weiter machen wollen.

Insbesondere der Bereich der Bildung soll weiter vorangetrieben werden. Für die Kinder in den Hortprojekten sind die ökologischen Zusammenhänge spannend, welche auch weiterhin in Experimenten herausgearbeitet werden sollen. Die Senioren und Seniorinnen sind sehr wissbegierig, was die Pflege von Pflanzen betrifft. Auch Nachhaltigkeit, Artenvielfalt und Umweltschutz sind Themen, die auf besonderes Interesse stoßen.

Natürlich wird es im Garten selbst weiter gehen, einige konkrete Ideen sind schon entstanden, u.a. werden wir mit den Hortkindern zusammen eine Wasserstelle für Insekten und Vögel gestalten und mit den Senioren und Seniorinnen Pflanzkästen bauen und bepflanzen, die dann in die noch leeren Bereiche der Weidenwände eingebaut werden. Gemütliche Palettenmöbel sind ebenfalls angedacht. Die Bepflanzung entlang der Fassade wird erneuert, denn diese musste im Herbst leider komplett entfernt werden, da der Efeu bereits unter das Zinkdach des Flachbaus drängte.

Im Frühling 2017 wird an dieser Stelle eine kleine Fotostrecke veröffentlicht unter dem Titel „Vorher & Nachher“.

Das Projekt Generationen(Vor-)Garten lief von April bis Dezember 2016 und wurde gefördert aus Lottomitteln des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL).

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Letzte Beiträge

Treffen der Arbeitsgruppen der Nachbarschaftskonferenz

Treffen der Arbeitsgruppen der Nachbarschaftskonferenz

18. November 17.00-19.00 Uhr im Bürgerhaus am Schlaatz

Foto Pinnwand NBK

Foto: FRH/ O. Ronis

Im Rahmen der Nachbarschaftskonferenz entstanden verschiedene Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themenbereichen. Diese haben in der Zwischenzeit erste Ergebnisse zu berichten. Am 18.11. wollen wir gemeinsam schauen, was bisher erreicht wurde, wo noch Unterstützung nötig ist und wie es weiter gehen soll. Wir laden nochmal ganz herzlich alle interessierten Schlaatzer Bürger und Bürgerinnen ein, sich zu beteiligen und freuen uns auf einen produktiven Nachmittag.

Auch die entstandene Dokumentation wird an dieser Stelle veröffentlicht. Sie wird ebenso über dieses Blog als pdf-Download zur Verfügung gestellt.

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